Es war eine ziemlich (böse) Überraschung, als am 1. März auf Amazon plötzlich keines der davor gelisteten CBD-Öle und Extrakte mehr erhältlich war. Was nach einem verfrühten Aprilscherz klingt, wurde schnell zur unangenehmen Wahrheit für viele CBD-Produzenten und Händler. Amazon erlaubt seit Anfang März keine CBD (Cannabidiol) Produkte mehr auf seinem Online-Marktplatz.

Eine Nachfrage bei Amazon wurde folgendermaßen beantwortet:

„Marihuana und Cannabis (inkl. Pflanzenteile bzw. Harze, die kein THC enthalten) sind laut Verkaufsrichtlinien grundsätzlich nicht erlaubt, auch dann nicht, wenn es sich lediglich um Körperöle handelt.
Ein Zertifikat, das aufzeigt, dass kein THC enthalten ist, würde diesen Umstand leider auch nicht ändern.“

Und auch der Online Bezahldienst PayPal informierte Unternehmer, die CBD-Produkte verkaufen und bislang Paypal als Zahlungsmethode verwendeten, kürzlich davon, dass der Produktverkauf nicht mehr mit Paypal abgewickelt werden darf. Als Begründung wurde folgendes angeführt:

„Gemäß den PayPal-Nutzungsbedingungen behalten wir uns das Recht vor, nach eigenem Ermessen ein PayPal-Konto einzuschränken, wenn ein Verstoß gegen die PayPal-Nutzungsbedingungen, einschließlich der PayPal-Nutzungsrichtlinie, vorliegt. Gemäß der Nutzungsrichtlinien darf PayPal nicht für den Kauf oder Verkauf von Betäubungsmitteln, Steroiden, bestimmten, gesetzlich kontrollierten Substanzen, Produkten, die ein Risiko für den Verbraucher darstellen sowie für Utensilien für den Drogenkonsum verwendet werden.“

Hanf ist in den U.S.A seit 1937 illegal

Nun stellt sich die Frage, warum die oben angeführten Firmen so handeln. Der Grund dafür dürfte wohl sein, dass sowohl Amazon als auch Paypal US-amerikanische Unternehmen sind. Und in den USA gibt es seit den 1930er Jahren ein grundsätzliches Hanf bzw. Cannabisverbot. Die Legalisierung in einzelnen Bundesstaaten ist also nur einen Ausnahmeregelung. Während in der EU der Anbau und die Weiterverarbeitung von Nutzhanf seit einigen Jahrzehnten offiziell erlaubt und legal ist, unterscheidet die US-amerikanische Gesetzgebung nicht zwischen Nutzhanf und so genannten „Drogen“-Hanf, in den U.S.A ist alles Cannabis.

ABER: Paypal erhielt 2007 auch eine europäische Bankenlizenz und hat seitdem seinen Sitz in Luxemburg, das auch in Korrespondenzen als Geschäftsadresse angeführt ist. Warum orientiert sich der europäische Ableger an US-amerikanischen Gesetzen und nicht an Richtlinien und Gesetzen der EU?

Besonders seltsam mutet das Vorgehen von Amazon und Paypal auch vor dem Hintergrund an, dass die WHO (Weltgesundheitsorganisation) am 14. Dezember des Vorjahres grünes Licht für Cannabidiol (CBD) gab und es als einsatzfähig einstufte. Und sogar bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang war erstmals CBD offiziell erlaubt und nicht mehr auf der Dopingliste zu finden. (siehe Artikel hier)

Keine Werbung auf Facebook und Instagram

Doch nicht nur Amazon und Paypal agieren seltsam, auch andere Konzerne setzen andere Maßstäbe an legale Hanfunternehmen als an andere Unternehmen. Auf den Social Media Kanälen Facebook und Instagram (beide gehören dem US-Konzern Facebook Inc.) dürfen wir die Beiträge auf den jeweiligen BioBloom Seiten nicht boosten, also bewerben. Der Vorteil, eine Unternehmensseite mit bezahlter Werbung an die richtige Zielgruppe zu bringen, bleibt uns auf Facebook und Instagram also verwehrt.

Hinweis von Facebook nach einem Versuch, einen BioBloom Post zu bewerben.

Und schließlich müssen wir auch auf dem Suchmaschinen-Giganten Google auf Werbung verzichten. Als Ablehnungsgrund wurde uns folgendes mitgeteilt:

Drogen: Wir möchten, dass Nutzer online und offline sicher sind. Es dürfen also keine Produkte oder Dienstleistungen beworben werden, die Schäden oder Verletzungen verursachen. Daher gestatten wir keine Anzeigen für Substanzen, die den Bewusstseinszustand zum Zwecke der Entspannung ändern oder Rauschzustände bewirken. Außerdem sind Produkte und Dienstleistungen unzulässig, die zur Erleichterung der Verwendung von Drogen vermarktet werden, sowie Anleitungen zu Produktion, Kauf oder Konsum von Drogen.

Richtlinie: https://support.google.com/adwordspolicy/answer/6014299#323

Und auch bei unserem Onlineshop können wir in puncto Kundenfreundlichkeit nicht das bieten, was wir als Onlineshop-Betreiber am kundenfreundlichsten finden würden. Zahlung per Kreditkarte konnten wir nur mit der Firma VISA verhandeln, und das mit ziemlichen Mehrkosten für uns. Sonst lehnte jede Kreditkartenfirma eine Zusammenarbeit mit BioBloom, einem legalen Nutzhanf-Unternehmen ab.

Natürlich bleibt es jeder Firma vorbehalten, sich ihre Kooperationspartner und Kunden selbst auszuwählen. Dieses Grundprinzip der unternehmerischen Freiheit soll für jedes Unternehmen gewahrt sein. Dennoch erachten wir die Begründungen für die Ablehnungen als nicht mehr zeitgemäß und im Bezug auf CBD auch nicht als richtig. Aber wir versuchen der Sache auch etwas positives abzugewinnen. Kleinere Händler und Vertreiber können sich nun über mehr Geschäft freuen, und das freut uns von BioBloom mindestens genauso wie unsere Präsenz auf Amazon.

Wir haben auch mit DDr. Wolfgang Königshofer, Referent für Arzneimittel-, Medizinprodukte- und Lebensmittelrecht in der Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit bei der Wirtschaftskammer zu den aktuellen Einschränkungen befragt:

BioBloom: Wie sieht die Wirtschaftskammer die Behandlung von legalen Nutzhanfunternehmern?

Königshofer: Mir war dementsprechendes nicht bekannt und es wurden bislang auch noch keine Beschwerden an die Wirtschaftskammer herangetragen. Deshalb kann ich auch nicht viel dazu sagen. 

BioBloom: Alle einschränkenden Unternehmen sind US-Konzerne.

Königshofer: Soweit mir bekannt dürfte es in einigen US-Bundesstaaten zu einer gewissen Liberalisierung gekommen sein. Nach Ihren Schilderungen scheinen aber nunmehr gewisse gegenläufige Tendenzen in den USA stattzufinden. 

BioBloom: Gibt es von Seiten der Wirtschaftskammer Empfehlungen für Unternehmen wie BioBloom?

Königshofer: Wie gesagt ist bei uns dahingehend noch nicht wirklich etwas aufgetaucht, deshalb gibt es dazu von Seiten der Wirtschaftskammer auch keine Empfehlung. 


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1 KOMMENTAR

  1. Ich habe (noch) nicht den ganzen Artikel gelesen, finde aber dass ihr Unternehmen nicht auf AMAZON Produkte zum Verkauf anbieten sollte. Und zwar deshalb, weil es ein unsymphatischer, die Rechte der ArbeiterInnen mit Füßen tretender, steuernhinterziehender Konzern ist und zudem amerikanisch (wie wir alle wissen ist Amerika unter Trump alles andere als lieberal). Das ist nicht einmal verschwörungstheoretisch, sondern nachweislich so. Ich möchte nicht, dass die wunderbaren, wertvollen Produkte von Biobloom auch auf AMAZON zu haben sind, sie können genau so gut über direktvertrieb verkauft werden. Dazu müssten nur die Produkte auf Englisch beschrieben sein (oder auch in anderen Sprachen), was bei Ihnen glaube ich so ist. Außerdem verdient AMAZON daran und über Direktvertieb können Kosten gespart und das Produkt für den/die KonsumentIn ensprechend angeboten werden oder liege ich da falsch? Sicherlich ist aber die Tatsache, dass Hanfprodukte so stigmatisiert sind und werden ein Zeichen unserer rückschrittlichen Regierung.
    Auf dem Rochusmarkt auf dem ich zum erten Mal Ihre Produkte kennen gelernt habe und gleich vollauf begeister war, durfte die junge Frau keine Hanfplanzen zur begrünung und verschönerung ihres Standes hinstellen (laut Martkordnung oder so) obwohl diese eben auch nicht THC haltig usw waren. In was für einer Welt wir leben, Alkohol ist zu jederzeit an jedem Ort erhältlich wie auch Tabak…

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